Garten-Konzepte
by Claudia Detjen
Der traditionelle Chinesische Garten
In China betrachtet man einen Garten als Mini-Kosmos, als
vollkommenes Abbild der Natur. Dabei liegt die Betonung auf
„Vollkommenheit“.
Gleich einem Kunstwerk wird hier versucht, das Geschehen auf der Erde,
die Elemente, den Energiefluss in eine möglichst harmonische und nährende
Form zu bringen, also einen Idealzustand zu erschaffen.
Die chinesische Gartenkunst ist weit über zweitausend Jahre
alt und der 1. dokomentierte chinesische Garten wird auf das Jahr 221 vor
Christus datiert. Sein Umfang soll 150 Km betragen haben. Auf seiner Grundlage basieren alle später entwickelten Gärten.
Schon aufgrund seiner Ausmaße bedurfte es eines erheblichen
Reichtums, sich solch einen Garten anzulegen.
Zunächst war es ein Privileg der Kaiserfamilie, später Ausdruck von Wohlstand
und Lebensart der sog. „besseren Gesellschaft“, zu denen auch Beamte
und Kaufleute zählten.
Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich die Gärten, sie verloren an
Riesenhaftigkeit und öffentlicher Repräsentanz.
Statt dessen wurden sie privater Rückzugsort.
Die Gärten waren nunmehr geprägt von Einfachheit und Sparsamkeit
und man bevorzugte zunehmend einheimische Pflanzen und stellte
damit die Verbundenheit zur regionalen Natur in den Vordergrund.
Ein ganz typisches Merkmal für einen chinesischen Garten ist
die Tradition, ihm einen Namen zu geben.
Der jeweilige Name gibt Rückschlüsse auf seine Komposition
und das Gartenthema,
z.B. „Drei Freunde im Winter“
(meint 3 Pflanzen, die in keinem Garten fehlen sollten:
Kiefer= Langlebigkeit
Bambus = Belastbarkeit und Tugend
Winterkirsche = neu aufkeimendes Leben
Diese drei symbolisieren die Überlebenskraft unter schwierigen winterlichen Bedingungen.
Weitere Namen sind:
" Garten des Meisters der Fischernetze"
" Pavillon des Erblickens der /des …"
" Genießen des Bildes"
" Der Spätfrühling"
" Haus des Friedenserhalts"
" Lautenkammer"
Während der chinesischen Kulturrevolution waren Gärten und Privatbesitz verpönt, so dass viele alte Gärten verödeten.
So entwickelte sich nach der Kulturrevolution eine neue, auch am westlichen Geschmack orientierte
Gartenkunst.
Bauerngärten und Blumenbeete wurden eingebaut, sowie Rasenflächen angelegt.
Was blieb, war die Ruhe und Stille und das Naturerlebnis selbst.
Wenn auch in viel kleineren Dimensionen als früher, so stellen heutige chinesische Gärten immer noch eine Oase der Ruhe, des Friedens und der inneren Einkehr dar.
Unsere europäische Gartenkunst hat da weniger Tradition zu bieten. Sie änderte sich von Epoche zu Epoche je nach kulturellem Einfluss.
So entstanden Klostergärten, Burggärten, Renaissancegärten, Barockgärten,
Englische Gärten, Zier- und Nutzgärten und seit dem 20. Jahrhundert auch sog.
Architektengärten und Wohngärten.
Traditionelle chinesische Gartenelemente
Nachfolgende Elemente prägen das Bild eines traditionellen
chinesischen Gartens:
von Mauern umgeben (grenzt die innere Welt von der
äusseren welt ab)
grosses Tor am Haupteingang
(evtl. v. Löwen bewacht, im Osten männlich, im Westen weiblich,
Torschwelle als Symbol des Übergangs von einer Welt in die andere, Torfarbe
meistens rot)
Felsen
Garten nicht auf einen Blick überschaubar
gebogene bzw. geschwungene Gartenwege (lässt Chi harmonisch fließen)
Wasser (symbolisiert Reichtum und unterstützt Fortschritt und Aktivität)
Pavillon (Entfaltet seine symbolwirkung ja nach Nutzung, z.b. Leseecke, Atelier, Essplatz...)
Tai Chi Bereich (zum Verweilen und Besinnen)
Bogenbrücke (statische Stärke und Vollkommenheit)
Nebenausgang (Möglichkeit, sich diskret aus dem Garten zu entfernen)
Yin-Yang-Repräsentanten (z.B. Steine und Wasser)
Höhenunterschiede (selten)
Bambushain (macht den Wind hörbar)
Mondtor (symbolisiert Fülle und Harmonie)
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Claudia Detjen